Artikel über el Riad

In Zeitungen und Zuchtbüchern, in der Verbandszeitschrift "Unsere Windhunde" usw. wird zu Jubiläen und Festen oder auch "nur einfach so" über die el Riad Salukis berichtet.

Türkische Saluki in der Zuchtstätte el Riad
25 Jahre el Riad
In Salukis baden
Der Saluki auf der Rennbahn
Vernarrt in elegante Renner
Sa Kharani und Umaya el Riad


 
 

Türkische Salukis (und ihre Nachzucht)

 in der Salukizuchtstätte  el Riad

 

 

Die erste Hündin, die ich 1974 bekam, wurde durch eine türkische Familie nach Deutschland gebracht, um hier deren Speisezettel mit Wildbret aufzubessern.

 Es war BONSHA, tricolor, (kupierte Ohren),1972 geworfen, die in ihrer Heimat Anatolien eine sehr gute Jägerin gewesen sein soll.

 Mit ihr begründete ich meine EL RIAD-ZUCHT.

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25 Jahre el Riad


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In Salukis baden


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Der Saluki auf der Rennbahn             PDF

von Christa Kahler 1997

      Ist es ein erstrebenswertes Ziel, einen Windhund, z. B. Saluki, auf die Rennbahn zu bringen?

 

      • Ist es ein erstrebenswertes Ziel, Schönheit und Leistung zu verbinden?

 ALLGEMEINES
Schönheit und Leistung - ein erstrebenswertes Zuchtziel?

Der DWZRV sagt ja!

In den Jahren 1983 bis 1991 wurde der „große Züchterpreis" vergeben, der mit Ausnahme der IW nur an Zuchtstätten vergeben wurde, die sowohl auf dem Schönheits- als auch auf dem Leistungssektor Erfolge nachweisen konnten.

Bei den Salukis wurde er damals nur an eine Zuchtstätte (el Riad) vergeben.

Seit 1985 gibt es den Titel „Deutscher Champion für Schönheit und Leistung" (Rennen bzw. Coursing). Er wurde bisher 196mal vergeben, davon 31mal für Salukis (aus 8 Zuchtstätten).

Der Titel „DWZRV-Sieger" wird seit 1994 verliehen (Ausstellung und Rennen bzw. Coursing):

1994 1. Platz Rüde (Rennen)                  1. Platz Hündin (Rennen)

1995 1. Platz Rüde (Rennen)                  1. Platz Hündin (Rennen)
         1. Platz Rüde (Coursing)

1996 1. Platz Rüde (Coursing)                1. Platz Hündin (Coursing)

1997 1. Platz Rüde (Coursing)                1. Platz Hündin (Coursing)

Seit 1997 gibt es die Körung für Schönheit und Leistung, die bisher 17 Salukis erreicht haben.

Auf fast allen Doppelveranstaltungen wird der Kombinationspreis für S + L vergeben. Dieser Erfolg wird jedoch oft nicht einmal erwähnt.

Bashkadin el Bachram

Ch. Bashkadin el Bachram  (Ch. Gajus el Riad x Fatima el Riad) Dt.Ch., Dt.Ch für S+L, UICL-Ch. für S+L, Weltrennsieger 1991



Die Züchter sagen nicht alle ja,

obwohl eine leichte Zunahme von ca. 5% zu verzeichnen ist, die sicher auf die Möglichkeit der Teilnahme an Coursings zurückzuführen ist. Waren vor etwa 7 Jahren von den damals ca. 25 Salukizüchtern des DWZRV aus etwa 7 Zuchtstätten regelmäßig, d.h. aus verschiedenen Würfen, Hunde auf der Bahn, so sind es mittlerweile 42 Züchter, von denen ca. 14 mit ihren Hunden Leistung erbringen. Warum interessiert nur 1/3 aller Salukizüchter ein Zuchtziel von Schönheit und Leistung und 2/3 interessieren sich nur für die Schönheit?

Kein Interesse. Mancher Züchter richtet sich nach den Gepflogenheiten in England und Amerika, wo der Saluki bekanntermaßen nicht auf Rennen eingesetzt wird, sondern höchstens Coursing läuft. Der Saluki auf der Rennbahn - in Amerika und England ist das verpönt.

Keine Zeit. Um einen Windhund zu einem auf der Bahn sauber laufenden Hund zu bringen, muß man sehr viel Zeit aufwenden, um den Junghund systematisch zum Rennhund auszubilden (z.B. das Antrainieren auf der Bahn; das Konditionstraining und dann natürlich die Teilnahme an den Rennen). Wenn die Doppelveranstaltungen mitgemacht werden, heißt das mindestens eine zweitägige Abwesenheit von zu Hause, man braucht u.U. einen Hundesitter und - manchem wird es einfach zu viel.

Es kostet Geld. Der Windhundsport ist nicht gerade billig. Wenn zu den Ausstellungen auch noch die Rennen kommen, verdoppeln sich die Kosten - es summiert sich im Laufe der Zeit!

Die Hunde sind evtl. schwieriger in der Haltung. Ein Welpe, der von sehr hasenscharfen Eltern abstammt, ist meistens wesentlich lebhafter, ich möchte fast sagen „wilder", als der, dessen Eltern „nur schön" sind. Für den Käufer, der nur einen Saluki für sich haben möchte - ohne Ambitionen auf Rennen -für den ist der „nur Schöne" leichter zu halten. Er wird schon in der Wohnung ruhiger sein und vor allem kann man ihn wahrscheinlich auch leichter freilaufen lassen. Er wird mehr oder weniger gut folgen, da die Hasenschärfe meistens nicht stark ausgeprägt ist bzw. ganz fehlt.

Die Auswahl der Elterntiere wird weitaus schwieriger. Wenn ich einen „nur schönen" Rüden suche, gibt es deren sehr viele. Will ich jedoch einen schönen und hasenscharfen Rüden, dann habe ich schon sehr große Probleme - die Auswahl schrumpft auf „eine Handvoll" zusammen.

Wir alle wissen, daß der Saluki in seiner Heimat ausschließlich zur Jagd gezüchtet und verwendet wurde, er mußte in der Lage sein, eine ganze Familie zu ernähren. In der Türkei ist das auch heute noch so. In den anderen Ländern des Orients wird die Jagd zum Teil schon nach sportlichen Gesichtspunkten durchgeführt, d.h. es werden evtl. auch andere Rassen, z.B. Greyhounds, wegen der Schnelligkeit eingekreuzt. Dann wird es schon wesentlich schwieriger, einen absolut rassereinen Saluki zu finden.

Das Jagen im Ursprungsland ist nicht gleichzusetzen mit der bei uns üblichen Gepflogenheit, einen abgerichteten Jagdhund zu verwenden. Der Saluki ist dort bei der Jagd mehr oder weniger auf sich allein gestellt; er muß selbst entscheiden, ob es sich noch lohnt, dem Wild hinterherzuhetzen.

Wir wissen auch, daß die Zuchtauswahl im Ursprungsland sehr streng nur auf Leistung ausgerichtet ist. Es werden meist (je nach Bedarf) 2 bis 4 Welpen am Leben gelassen, die dann mit ca. 9 Monaten mit der Mutter auf die Jagd gehen, um dort zu lernen - und nur die besten bleiben am Leben. Das heißt wiederum, daß die Salukis im Ursprungsland extrem hasenscharf sind und sich auch schnell von der Jagd erholen müssen. Diese Hasenschärfe bringen die Hunde aus der Türkei und sonstigen Ursprungsländern auch heute noch mit. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, daß sie im Laufe der Zeit verkümmert, wenn man sich nicht durch geeignete Zuchtauswahl um entsprechende Partner bemüht. Will man also den Saluki in seiner ursprünglichen Art erhalten, gehört m.E. diese Hasenschärfe dazu - sie gilt es zu bewahren.

Am Hasen

Nun ist es ja bei uns nicht möglich, die Hasenschärfe in ihrer ursprünglichen und urtümlichen Form zu erhalten und zu fördern - bei uns ist die Jagd auf lebendes Wild zu Recht verboten. Wir müssen also für den Saluki eine ähnliche Möglichkeit (einen Ersatz) finden, damit er seine Hetzleidenschaft ausleben kann. Drei Alternativen können wir anbieten:

  • Grundsätzliches Freilaufenlassen. Die Möglichkeiten dazu sind heute
    nur noch selten gegeben. Die Schnelligkeit von Hund und Auto sind eine
    Gefahr für beide. In waldreichen Gegenden ist mit dem Vorkommen von
    Wild zu rechnen, d.h. er wird ohne zu zögern Hasen und Rehe verfolgen
    und versuchen, sie niederzureißen - kaum ein Jäger wird hier tatenlos
    zusehen.
  • Das Jagen beim Coursing. Das Coursing kommt unserem Hund sicher
    sehr entgegen, ist es doch in seinem Aufbau der natürlichen Hetze
    nachempfunden. Es laufen nur 2 Hunde gleichzeitig. Auch das ist für
    unseren Einzeljäger oftmals entscheidend. Mittlerweile werden sehr viele
    Coursings angeboten, die Regeln sind mit Ausnahme der
    Leistungscoursings nicht so streng wie beim Bahnrennen.

Rennfoto

  • Das Jagen auf der Rennbahn. Auf ca. 45 Rennbahnen im Bereich des
    DWZRV werden jährlich mindestens 100 Rennen gezogen. In den
    letzten Jahren war die Zahl der auf Rennen eingesetzten Salukis sehr
    unterschiedlich. So waren bei den Verbandssiegerveranstaltungen:

1995 - 23 Salukis beim Rennen und 55 auf der Ausstellung,
1996 - 25 Salukis beim Rennen und 67 auf der Ausstellung,
1997 - 31 Salukis beim Rennen und 53 auf der Ausstellung.

Schönheit wie sie bei uns verstanden wird, ist für den Saluki als Hetzhund in seiner Heimat nicht gefragt. Es ist für den dortigen Züchter uninteressant, ob der Kopf etwas schmaler oder breiter ist. Allerdings gibt es viele nach dem Standard geforderte Merkmale, die auch für einen „Jäger" wichtig sind, z.B. einen kräftigen Fang mit einem starken Gebiß, um das Wild auch festhalten zu können; er braucht einen kräftigen Brustkorb, damit die Lunge genug Luft bekommt, um u.U. mehrere Hetzen über viele Kilometer durchhalten zu können; er braucht unempfindliche Hasenpfoten, um die Hetze über schwieriges Gelände unbeschadet zu überstehen, und er braucht eine kräftige Hinterhand mit tiefgestellten Sprunggelenken, um genügend Schub zu haben. Vollzahnig braucht der Hund dort sicher nicht zu sein, doch hat z.B. Herr Berghaus, der vor einigen Jahren etwa 60-70 Salukis in der Türkei katalogisiert hat, nur einen einzigen gesehen, dem ein P1 fehlte.

Standfoto

Man sollte bedenken, daß Windhunde durch Jahrtausende zur Hetzjagd gezüchtet wurden und daß diese Aufgabe ihre ganze Natur beherrscht. Rennen und Hetzen ist der Lebensinhalt des Windhundes; er kann zwar durchaus ein angenehmer Haus- und Begleithund sein, in erster Linie jedoch ist er ein Hetzhund!

 Wenn es nun heißt, jeder Züchter hat die Aufgabe, die von ihm gewählte und gezüchtete Rasse in seiner ursprünglichen Form zu erhalten und möglichst zu verbessern, so finde ich es falsch, wenn man eine der wichtigsten Eigenschaften, die Hetzleidenschaft, außer acht läßt. Jeder Züchter sollte sich bemühen, ein gutes Mittelmaß zu finden, eben auf Schönheit und Leistung Wert zu legen. Daß dabei einmal die Schönheit und das andere Mal die Leistung mehr zum Tragen kommt, dürfte normal sein, nur sollte das Zuchtziel eben beides umfassen. Allerdings muß ich ehrlicherweise zugeben, daß mir persönlich ein „nur schöner" Saluki auch mehr zusagt als

Was in puncto Schönheit von einem Saluki zu erwarten ist, das sagt uns der Standard.

Dort steht, daß der Saluki mäßig gewinkelt sein soll, keinesfalls also wie z.B. ein Afghane. Es ist richtig, daß der Saluki meist - aber nicht immer - der Schnellere ist, der im Rücken etwas länger und/oder etwas steiler gewinkelt ist. Der reine „Schönheitszüchter" nimmt eine zu starke Winkelung in Kauf, um ein sehr schönes, federndes Gangwerk zu bekommen, das jedoch nicht salukitypisch ist. Derjenige, der auch auf Schnelligkeit Wert legt, nimmt eine steilere Winkelung zugunsten der Schnelligkeit in Kauf. Ich frage mich, welcher Fehler ist größer oder schwerwiegender?

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, daß auch die Farbe eine Rolle spielt. Der black-and-tan-Saluki ebenso wie der ihm vom Genotyp gleichgestellte schwarz-weiß-gefleckte Saluki sind vom Wesen her die robusteren. Sie haben meist das nötige Nervenkostüm, um die Enge der Rennbahn unbeschadet zu überstehen. Vom Wesen her ebenso gut, aber manchmal zu selbstbewußt, sind die grizzle-farbenen Salukis. Zumindest war dies vor einigen Jahren so. In letzter Zeit sind einige sehr erfolgreiche grizzle-Salukis auf der Bahn, die kein bißchen Aggressivität zeigen. Der sandfarbene Saluki ist m.E. der sensibelste unter allen, seine Hasenschärfe ist meist auch nicht so ausgeprägt wie bei den anderen Farben. Sehr selten sieht man rote Salukis auf der Rennbahn, obwohl die Farbe sonst sehr häufig vorkommt. Der Rote scheint beim Rennen ebenfalls nicht ganz unproblematisch zu sein. Ich kann jedoch hier nicht mit eigenen Erfahrungen aufwarten.

Günther Schultze schrieb einmal in einem Artikel folgendes: „Der Saluki ist - und er sollte es auch bleiben - nach wie vor der ausgeprägteste Vertreter des geheimnisumwitterten Orients. Er macht häufig einen verträumten Eindruck, als fühle er sich in Gedanken in seiner Heimat. Seine Unnahbarkeit, sein Stolz, seine Lässigkeit sind zwar ausgeprägte Züge seiner Rasse, doch sind es gleichzeitig Hemmnisse für eine Rennlaufbahn. Salukis sind Individualisten, denen man nichts befehlen kann. Wenn sie jagen, tun sie es aus reiner Freude oder um dem Herrn einen Gefallen zu erweisen; zwingen lassen sie sich nicht. So haben wir beim Saluki an sich als Vorgaben für eine Rennlaufbahn nur die allen Windhundrassen eigene Fähigkeit, mit dem Auge zu jagen und die Hetzleidenschaft. Alles andere, wie feste Bahnen, Startkasten, gemeinsames Laufen, eingeengte Laufmöglichkeit sind Fakten, die dem Charakter des Salukis widersprechen. Soll ein Saluki also ein einwandfreier Rennhund werden, so wird dies mit der Aufgabe wesentlicher spezieller Salukieigenschaften erkauft werden müssen. Man spricht beim Greyhound vom Show-dog und vom Racing-dog - und beide sind sehr verschieden voneinander. Ich glaube, der Saluki und der Rennsaluki wären noch weiter voneinander getrennt".

 Ich stimme Herrn Schultze voll und ganz zu und weigere mich schon immer, vom „Rennsaluki" zu sprechen. Zum Glück hat sich die Salukizucht nicht dermaßen auseinanderentwickelt:

Ø  auf der einen Seite: Zucht ausschließlich auf Schönheit - das haben wir

Ø  auf der anderen Seite: Zucht ausschließlich auf Rennen - mir sind nur wenige Würfe bekannt, bei denen man das sagen könnte

Ø  die Alternative: Zucht auf Schönheit und Leistung - denn ein schneller Hund kann auch schön und ein schöner Hund auch schnell sein - das haben wir auch, aber leider zu wenig.

Was im Hinblick auf das Rennen, als (kümmerlicher) Ersatz für die natürliche Hetze zu beachten ist, ist mehr oder weniger eine Erfahrungstatsache des Einzelnen. Auch ich habe mir die Erfahrungen anderer Windhundrennteilnehmer und Autoren zunutze gemacht und sie hier in diesem Artikel mit verarbeitet.

race

Und nun zu den einzelnen Punkten:

 AUFZUCHT, HALTUNG, JUNGHUNDTRAINING UND RENNEINSATZ

 Aufzucht

Die Aufzucht ist sicher nicht anders als bei anderen Salukiwelpen auch. Das einzige, was wir spielerisch zu fördern versuchen, ist das Fangen von Beute. Dazu fertigen wir eine Angel, an der wir ein Hasenfell oder ähnliches befestigen. Mit dieser Hilfe kann man nicht nur den ausgeprägten Spieltrieb befriedigen, sondern wir machen den jungen Saluki schon sehr früh mit dem späteren Hetzobjekt vertraut. Dieses Angeltraining führen wir auch gleichzeitig mit mehreren Welpen durch. Es soll aber ein Spiel bleiben, es soll vor allem nicht langweilen - darum nicht zu oft und nicht zu lange üben!

Schon der junge Windhund sollte „wie versessen" auf das Hasenfell reagieren. Es ist auch sehr ratsam, den den Verfolgungstrieb auslösenden Reiz (Hasenfell) mit einem verbalen Reiz (Häschen o.ä.) zu koppeln. Das sollte alles bereits zuhause in vertrauter Umgebung geschehen und nicht erst auf der Rennbahn. Ein so vorbereiteter Junghund wird dann beim ersten Bahntraining hinsichtlich der Verfolgungsschärfe keine großen Probleme haben.

Man kann hier beim „Welpentraining" schon eine kleine Vorauswahl treffen, welcher Welpe besonders hasenscharf ist. Die Schnelligkeit kann man am besten im großen Freiauslauf testen, wenn die jungen Salukis miteinander spielen und toben. M.E. ist die Schnelligkeit angeboren, man kann nichts an ihr ändern. Beim ausgewachsenen Saluki können wir nur durch Konditionstraining die Ausdauer steigern.

Die Grundlagen der Aufzucht schafft der Züchter. An ihm liegt es, den Käufer so zu beraten, daß der Welpe auch weiterhin die optimale Fütterung, Pflege und Bewegung erhält, so wie es seinem Alter angemessen ist. Übertreibung sowohl in der einen als auch in deranderen Richtung schadet dem Welpen und bringt oft irreparable Schäden.

Haltung

Um keinen Futterneid aufkommen zu lassen, was am Schluß des Rennens beim Fangen des Hasen oft zu unliebsamen Zwischenfällen führen kann, füttere ich die Welpen immer aus einem großen Napf, aus dem sie alle fressen. Futterneidische werden von mir zurechtgewiesen. Da ich ja immer dabei bin, bis die Schüssel leer ist, bin ich auch sicher, daß keiner der Welpen zu kurz kommt. Auch bei den erwachsenen Hunden füttere ich immer mehrere gleichzeitig.

Welpen

Ganz wichtig ist ein guter und ausgiebiger Kontakt mit anderen Artgenossen. Gerade dieses soziale Training entscheidet ganz wesentlich das Verhalten des späteren Rennhundes. Ein Einzelhund hat es hier immer schwerer. Da der Saluki von Natur aus kein Meutejäger ist, muß man ihn daran gewöhnen, in dem mitlaufenden Hund keinen Konkurrenten zu sehen. Für denjenigen, der nur einen Hund hat, heißt das, bei Spaziergängen seinen jungen Saluki mit nicht aggressiven Hunden zusammenzubringen, sie spielen zu lassen (wenn möglich ohne Leine). Der Saluki soll beizeiten Körperkontakt kennenlernen. Von Natur aus Einzeljäger, ist er daran nicht gewöhnt. Es bringt ihm aber später auf der Rennbahn unschätzbare Vorteile; sieht er doch in einer Körperberührung mit seinem Nachbarn nicht gleich einen Angriff.

Viel leichter haben es natürlich die Hundehalter, die wenigstens zwei Hunde haben. Sie können schon viel mit den beiden das soziale Verhalten im Spiel und an der Leine üben. Aber auch sie sollten den Kontakt zu fremden Hunden suchen und das Sozialverhalten ihrer Salukis fördern.

Die Hundehalter oder Züchter, die mehrere Hunde haben, sollten diese nicht in einzelnen Zwingern halten, sondern möglichst zusammen. Die Haltung ist natürlich etwas schwieriger, weil sich das Meuteverhalten mehr durchsetzt. Wenn man einen Störenfried dabei hat, so muß man diesen u.U. schon vom Rudel trennen, aber eben nur dann, wenn es wirklich nicht anders geht.

Alles was der Hund tut, wird er aufgrund von Erfahrungswerten tun. Er muß daher alles, was er einmal braucht, um auf Reisen und Veranstaltungen bestehen zu können, in irgendeiner Form gelernt und erfahren haben. Dies beginnt mit dem Autofahren. Der Hund muß von klein an daran gewöhnt werden. Selbst auf längere Strecken sollte der junge Hund schon mitgenommen werden. Auch sollte ihm das zeitweilige Alleinbleiben im Auto zur Gewohnheit werden, damit er nicht den ganzen Wagen demoliert. Aus eigener Erfahrung muß ich zugeben, daß es vor dem Training oder Rennen mit meinen Hunden im Auto sehr schwierig ist, da kann ich sie unmöglich alleine lassen. Nach dem ersten Lauf sind sie wesentlich ausgeglichener. Bei einer Ausstellung habe ich damit gar keine Probleme.

Zur Gewohnheit muß ebenso für den Hund werden, daß er sich in völlig fremder Umgebung löst. Dies ist ganz unerhört wichtig. Es gelingt um so besser, wenn dem Hund zuhause angewöhnt wurde, auf dem ersten Spaziergang seine Geschäfte zu verrichten.

Junghundtraining.

Unsere Salukis haben den Hetztrieb mehr oder weniger in ihrem Instinkt verankert. Soll es nicht nur für einen Windhund, den man nicht frei laufen lassen kann, als Ersatz dafür dienen, hat das Training vor allem den Zweck, unsere Hunde auf die Teilnahme an Rennen vorzubereiten. Dieses ist von Hund zu Hund mit unterschiedlichen Schwierigkeiten verbunden. Da sich uns der Hund nicht mitteilen kann, sind wir allein auf unsere Erfahrungen und Beobachtungen an diesem Hund angewiesen. Hierin liegt schon fast der wichtigste Grundsatz für ein erfolgreiches Training. Es gibt leider - vielleicht aber auch Gott sei Dank - keine Schablone, durch die wir unsere Hunde zu ordentlichem Laufen im Sinne unserer Rennordnung bringen.

So ist auch der Breite der Möglichkeiten hierzu ein ganz begrenzter Rahmen gesteckt. Ein Hund, bei dem die Hasenschärfe von der Veranlagung her nur mangelhaft oder überhaupt nicht ausgeprägt ist, wird trotz eifriger und sicher auch wohlgemeinter Trainingsbemühungen nie zu einem guten Rennhund. Desgleichen wird ein Saluki, der neurotische Züge trägt, aufgrund seiner ständig erforderlichen Angstreaktionen entweder vor seinen Mitläufern flüchten oder aber diese im Wege der Flucht nach vorne angreifen.

Wir fangen nun ganz von vorne an: Haben wir unseren Welpen mit dem spielerischen Hetzen an der Angel vertraut gemacht, so können wir allmählich damit beginnen, unseren Saluki mit allen „technischen Seiten" des Rennbetriebes bekannt zu machen.

Wenn möglich, sollte man den jungen Hund so oft wie möglich auf die Rennbahn mitnehmen. Er soll beizeiten die Atmosphäre und den Trubel kennenlernen. Auf keinen Fall darf er jedoch auf der Rennbahn spielen. Er muß lernen, daß dies ein Arbeitsplatz und kein Spielplatz ist.

Gerade weil unsere Hunde Individuen sind, gilt als Faustregel der altbewährte Grundsatz: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste". Denn auch ein von der Veranlagung her einwandfreier Hund kann durch einen einzigen Fehler die Lust am Laufen verlieren bzw. so verängstigt werden, daß der an sich vorhandene Hetztrieb hinter der mit Angst verbundenen Erinnerung zurückbleiben muß.

Man hört ab und zu, daß Salukis mit 10 Monaten zum erstenmal eine Renndecke und einen Maulkorb verpaßt bekamen, in den Startkasten gesteckt wurden und dann im Sechserfeld sogar Bahnrekord liefen. Ein solcher Hund wäre aber nicht schlechter gelaufen, wenn man ihn mit Geduld auf das Rennen vorbereitet hätte. Umgekehrt aber kann bei einem weniger unkomplizierten und vielleicht äußerst sensiblen Hund eine solche Methode bewirken, daß er nie mehr oder erst nach einer geraumen Zeit des Vergessens als Rennhund einzusetzen ist.

Wir machen also diesen Fehler nicht und lassen es langsam angehen:

Wir halten uns möglichst oft in der Nähe des Startkastens auf, um den jungen Hund mit allen dort vorkommenden Geräuschen vertraut zu machen. Zeigt der Junghund hier keine Scheu mehr, dann beginnen wir zunächst das eigentliche Startkastentraining. Das Einsetzen in den Startkasten erfordert viel Fingerspitzengefühl. Da der Hund sich eingesperrt fühlt, kann es hier ein Problem geben. Zwei Personen, die der junge Hund sehr gut kennt, müssen
hier zusammenhelfen und ihn durch den Kasten schicken. Der Startkasten wird dazu vorn und hinten geöffnet. Eine Person begibt sich mit dem Hund hinter den Kasten, während die andere vor dem Kasten kniet und den jungen Hund durchlockt. Hat er dies einige Male ohne Probleme und mit viel Streicheln und Loben gemacht, so ist es für diesen Tag genug.

Der Saluki ist ein Spätentwickler. Man muß ihm für seine körperliche und auch geistige Entwicklung Zeit lassen, d.h. nicht zu bald sein Kindsein beenden. Deshalb nicht zu früh mit dem eigentlichen Renntraining beginnen!

Um den Zeitpunkt des ersten Trainings richtig bestimmen zu können, ist es unbedingt erforderlich, den betreffenden Hund in seiner körperlichen und insbesondere seiner Verhaltensentwicklung genauestens zu beobachten. Die in unserer Rennordnung vorgesehenen Mindestaltersgrenzen können allenfalls als Anhaltspunkt angesehen werden. Die meisten Junghunde werden mit ca. 12, 13 Monaten so weit sein, daß man mit dem eigentlichen Training beginnen kann. Ich kenne aber auch Hunde, die erst mit knapp 2 Jahren die innere Reife hatten, die für den Beginn des Trainings unbedingt erforderlich ist. Denn unsere Rennordnung macht bei einer Rangelei keinen Unterschied zwischen Spielerei und böser Absicht.

Wenn Sie nun mit dem Training anfangen wollen, sprechen Sie zuerst mit dem zuständigen Rennleiter. Er ist gleichermaßen für die Ausbildung des Hundes zuständig und auch an einem erfolgversprechenden Ergebnis interessiert. Man darf nichts überstürzen. Der Saluki kann sehr sensibel sein und wir müssen dem Rechnung tragen. Bei seinem ersten Versuch sollte er durch nichts und niemanden abgelenkt werden. Am besten geht man mit ihm zur Gegengerade (da sind keine Zuschauer, da ist keine Ablenkung). Wir achten auch darauf, daß ein echtes, möglichst großes Hasenfell an der Schnur befestigt ist. Nun halten wir den Hund ruhig fest, sprechen mit ihm und zeigen ihm das „Häschen", das er ja schon vom Üben mit der Angel her kennt. Je nach Temperament und Laune läuft er dann auch diesem Fell nach, das recht kurz und vielleicht auch etwas ruckartig gezogen und nach ca. 100 m stoppen sollte. Der Junghund soll dann den Hasen schütteln dürfen, bevor er an die Leine genommen wird und wir mit ihm von der Bahn gehen. Vielleicht kann man es noch ein zweites Mal an diesem Tag probieren, keinesfalls jedoch öfter. Hat der Hund nicht verstanden, was wir von ihm wollen, so muß man wieder und wieder mit ihm üben, evtl. muß man selbst ein Stück mitlaufen. Sicher wird er bald verstehen, was er tun soll, man darf nur nicht zu viel auf einmal verlangen.

Zeigt der Junghund bei seinen ersten Läufen, daß er noch nicht in der Lage ist, dem Objekt ohne Ablenkung zu folgen, so ist dies ein sicheres Zeichen dafür, daß er zu früh auf die Bahn gekommen ist. Man sollte einem solchen Hund noch einige Monate Zeit mit dem. Training lassen. Später kann es sich dann natürlich herausstellen, daß mangelnde Hasenschärfe die Ursache für seine vermeintliche Unkonzentriertheit war.

Bei jedem Training und je nach Alter lassen wir den Hund 100 oder 150m weiter laufen, so lange, bis er die ganze Bahn einwandfrei umrundet und im Ziel einläuft. Dort muß ihn unbedingt eine vertraute Person empfangen, um zu verhindern, daß er zu seinem geliebten Herrchen zurückläuft.

Natürlich haben wir so nebenbei immer wieder am Startkasten geübt: immer das „Häschen" zeigen und durch den offenen Kasten einige Meter laufen lassen: den Hasen darf er fangen. Dann wird der Kasten vorne geschlossen, der Hund zunächst jedoch noch nicht eingesetzt. Er wird erst in dem Moment, in dem sich der Kasten öffnet, losgelassen. Hat auch dies geklappt, dann wird der Hund in den vorne geschlossenen Kasten eingesetzt. Hinten hält man mit den Händen jedoch weiterhin Kontakt zu seinem Hund. Er gewinnt dadurch vor allem das nötige Vertrauen zu seinem „Gefängnis" und wir verhindern, daß er sich aus Unsicherheit oder gar Angst im Kasten dreht.

Während dieser Zeit von einigen Wochen haben wir unseren Junghund an das Tragen von Renndecke und Maulkorb gewöhnt und zwar möglichst außerhalb der Rennbahn. Bevor der Saluki nicht ohne Sträuben den Maulkorb aufbehält, sollte dieser auch bei den Trainingsläufen nicht aufgesetzt werden.

Nun läuft er also das erste Mal „gesattelt", d.h. mit Maulkorb und Renndecke aus dem Startkasten und zwar die ganze Runde. Wenn dies einige Male reibungslos funktioniert hat, wird sich zeigen, ob wir alles Mögliche zur vollen Entfaltung seiner Persönlichkeit und seines sozialen Verhaltens getan haben.

Der Junghund sollte nicht zu oft alleine um die Bahn laufen; es würde seine Veranlagung als Einzeljäger nur verstärken. Beginnen wir also langsam, den Hund mit einem ihm vertrauten Partner laufen zu lassen. Wichtigste Voraussetzung ist dabei, daß es sich um einen absolut sauber laufenden, erfahrenen Rennhund handelt, der auf keinen Fall während des Laufes knurren und bellen darf und der am Hasen verträglich ist.

Beim ersten Mal starten wir beide Hunde aus der Hand. Der Neuling soll merken, daß auf einmal jemand neben ihm ist. Er fühlt sich durch den Sichtkontakt weniger verunsichert, als wenn da nun ein zweiter Hund aus dem Kasten kommt und sich ebenfalls anschickt, dem Hasenfell zu folgen.

Handstart

Die Praxis zeigt, daß der bahnerfahrene Hund meist sofort nach dem Start nach innen strebt. Deshalb ist die Startposition für unseren Neuling außerordentlich wichtig. Der Junghund sollte auf alle Fälle außen gestartet werden, damit es keinesfalls zu einer Kollision mit dem anderen Hund kommt. Der Anfänger würde so sein erstes Trauma auf der Rennbahn erleben, welches ihn u.U. zu einem unsicheren Läufer werden läßt.

Das Hasenfell soll in kurzem Abstand vor die Hunde gelegt werden (herkömmlicher Hasenzug ist hier geeigneter als eine Endlosanlage). Erstens sieht der junge Hund das Fell, wenn es angezogen wird und zweitens werden beide Hunde dazu veranlaßt, möglichst geradeaus zu laufen. Beim zweiten Durchgang werden dann beide Hunde unter Beibehaltung der Startpositionen aus dem Kasten gestartet.

Ging das alles gut und der Junghund hat sein Augenmerk nur auf das Hasenfell gerichtet, kann man beim nächsten Training einen weiteren Hund dazuzunehmen. Auch hier starten wir den Junghund zuerst einmal außen. Später sollte er möglichst alle Startpositionen durchlaufen. Wie schnell alles vonstatten geht, hängt von der Individualität und vom Lernvermögen des einzelnen Hundes ab. I

m Normalfall ist der erfahrene Rennhund schneller als unser junger Saluki. Wir müssen also bald dafür sorgen, daß möglichst gleichschnelle Hunde mit an den Start gehen. Sind solche Hunde nicht vorhanden, muß der ältere Hund einmal vor- oder nachgestartet werden, um den Junghund an das Überholen sowie das Überholtwerden zu gewöhnen.

Es ist leider schon zu häufig vorgekommen, daß junge Hunde ihre Lizenzläufe alle als Erster beendet haben und dann im ersten Rennen, bei dem gleichschnelle Hunde mitliefen, vor lauter Schreck stehenblieben, die Bahn verließen oder rauften.

Durch genaue Beobachtung ist herauszufinden, woraus das Fehlverhalten des Junghundes resultiert und sodann diese negative Erfahrung durch entsprechende positive Erfahrungen vergessen zu machen. Hier ist eine Winterpause ohne Rennbetrieb häufig die geeignetste Methode. Aber auch das Zusammenbringen mit allein zu diesem Zweck ausgesuchten Hunden kann hier sehr erfolgreich sein.

Coursing

Ganz wichtig ist m.E. auch, daß der Junghund am Ziel „seinen" Hasen schütteln darf; es ist ja schließlich die von ihm verfolgte und erlegte Beute. Sehr hilfreich ist es natürlich, wenn die anderen Mitläufer am Hasen gute Nerven haben und Ruhe bewahren; es sollte kein Geknurre und keine Raufereien geben. Auch hier kann man am Anfang Fehler machen, wenn man nicht darauf achtet. Der Junghund gewöhnt es sich vielleicht an, schon einige Meter vorher abzustoppen, weil er beim Hasen nur Prügel erwartet. Dies muß unter allen Umständen vermieden werden. Also am Hasen schwierige Hunde erst dann hinzunehmen, wenn der Junghund schon gefestigt ist. Versuchen Sie dann, Ihren Hund so schnell wie möglich einzufangen. Dies gilt besonders für Rennen, wo Sie das Verhalten der einzelnen Hunde ja nicht immer kennen. Wenn Sie körperlich dazu in der Lage sind, nehmen Sie Ihren Hund auf den Arm und tragen ihn aus dem Gewühl heraus. Leinen Sie ihn danach an und nehmen Sie ihm den Maulkorb ab, damit er ungehindert Luft holen kann. Ein Lob für Ihren Hund sollte nach jedem einwandfreien Lauf selbstverständlich sein. Und hat es mal nicht geklappt, muß man ihn ja nicht loben, aber strafen und schimpfen darf man auf keinen Fall.

Nun ist Ihr Hund so weit ausgebildet, daß Sie mit ihm die erforderlichen Lizenzläufe machen können. Vergessen Sie aber nie, daß Ihr Hund die nötige Kondition braucht, um einwandfrei und verletzungsfrei über die Bahn zu gehen. Kondition sollte man seinem Hund auf andere Weise verschaffen als durch zusätzliches Training auf der Bahn. Gehen Sie viel mit ihm spazieren. Ich persönlich halte nicht viel vom freien Laufen; die damit verbundenen Risiken sind mir zu groß. Haben Sie jedoch ein großes, übersichtliches Gelände, weitab von Straßen und Bahnen, können Sie ihn schon mal ab und zu toben lassen.

Mit etwa einem Jahr kann man beginnen, ihn ans Fahrrad zu gewöhnen. Die meisten Salukis mögen das gerne. Sie laufen an der Leine - gleichmäßig im Trab wie ein Uhrwerk. Der Trab darf jedoch nur stetig und langsam gesteigert werden und nur beim gut durchtrainierten Hund können Sie ab und zu einen kurzen Galopp einlegen. Gute Kondition ist wichtig, um den Hund unbeschadet die Rennen überstehen zu lassen. Der Saluki ist zwar nicht verletzungsanfällig, aber manche Risiken kann man durch gute Vorbereitung vermeiden.

Was aber ist zu tun, wenn es nicht so läuft? Zunächst einmal muß jeder neue Windhundebesitzer rechtzeitig und eindringlich auf diese Möglichkeit vorbereitet werden. Kein Züchter kann versprechen, daß der Welpe, den er eben verkauft hat, ein Rennchampion wird. Er kann nur sagen, daß aufgrund der Elterntiere, deren Abstammung und der bereits im Welpenalter gezeigten Hasenschärfe die Möglichkeit groß ist, daß er einmal ein guter Rennhund werden kann - wenn alle anderen Bedingungen optimal passen. Wenn der Junghund bei seinem ersten Zweier- oder Feldlauf mit dem Kopf oder dem Körper lieber auf seine Mitläufer als nach dem Hasen sieht, so läßt dies zunächst vermuten, daß er zu verspielt oder nicht selbstbewußt genug ist, mit anderen zusammen zu laufen. Auch hier sollte man ihm noch etwas Zeit zur Entwicklung seiner Persönlichkeit geben. Er sollte m.E. auch keine Einzelläufe in dieser Zeit absolvieren, weil die Gefahr zu groß ist, daß er sich hieran gewöhnt und nie mehr mit anderen zusammenlaufen will.

Bei einem erneuten Versuch einige Wochen später kann sich dann allerdings herausstellen, daß der Hund von der Veranlagung her entweder zu ängstlich oder zu aggressiv und evtl. zu selbstbewußt ist. Denn alle diese Merkmale können Ursache für einen raufenden Hund sein. Sollte dies tatsächlich durch die unabänderliche Veranlagung des Hundes bedingt sein, so sollte sich der Besitzer langsam mit dem Gedanken vertraut machen, daß er zwar einen äußerst liebenswerten, aber leider im Sinne der Rennordnung nicht sauber laufenden Hund hat.

Wenn allerdings dieses Verhalten auf eine negative Erfahrung oder auf eine nur in äußerst geringem Umfang als Anlage vorhandene Störung zurückzuführen ist, kann weiteres Trainings bemühen doch noch zu dem gewünschten Erfolg führen.

Renneinsatz

Suchen Sie sich anfangs kleinere Rennen aus, wo nicht so viele Hunde am Start sind. Alles ist für den jungen Hund neu: der fremde Rennplatz, die andere Atmosphäre usw. Er spürt es, muß es erst verarbeiten, sich erst daran gewöhnen. Erwarten Sie deshalb beim ersten Einsatz Ihres Hundes nicht gleich zu viel. Bedenken Sie auch, Ihr Hund kann nur die Kraft in Leistung umsetzen, die er durch Sie, Ihr Verhalten und Ihre Unterstützung erhalten hat.

Rennen

Zwei Tage vor dem Renntag und am Renntag selbst wird kein Konditionstraining mehr durchgeführt. Der Hund sollte an diesen Tagen nur noch an der Leine geführt werden. Gefüttert wird er vor dem Renntag wie üblich, am Renntag selbst erhält er nichts oder nur ganz wenig leichtes Futter. Das Wasser sollte von Zuhause mitgenommen werden; manche Hunde trinken kein anderes.

Es empfiehlt sich, am Renntag nicht erst in letzter Minute auf den Rennplatz zu kommen. Da Sie vor dem Rennen noch einige Formalitäten erledigen müssen

Ihr Auto sollten Sie so parken, daß der Hund nicht auf die Rennbahn sehen kann. Decken Sie es gegen Sicht und Sonneneinstrahlung mit hellen Tüchern ab.

Vor jedem Lauf sollte sich der Hund, ähnlich wie ein Sportler, warmlaufen; d. h. also, wir nehmen unseren Hund, 3 bis 4 Läufe bevor er an der Reihe ist, aus dem Auto und gehen mit ihm spazieren, damit seine Muskulatur warm werden kann. Evtl. kann man ihn auch kurz durchmassieren. Je kälter die Muskeln, desto größer ist die Gefahr von Verletzungen wie Zerrungen und Muskelrissen. An feuchten und kalten Tagen sollte eine Wärmedecke benutzt werden, um die Muskulatur warm zu halten. Die Decke wird erst kurz vor dem Einsetzen in den Startkasten abgenommen.

Nach dem Lauf bewegen wir unseren Hund so lange, bis er ganz ruhig atmet und sich sein Kreislauf normalisiert hat. Er kann dann etwas trinken und nun legen wir ihn im Auto ab, damit er seine Ruhe hat. Lassen Sie Ihren Hund möglichst wenig allein, sprechen Sie mit ihm, geben Sie ihm das Gefühl, „ganz wichtig" zu sein.

Freuen Sie sich, wenn der Hund begeistert und sauber läuft, auch wenn er nicht gerade zu den schnellsten gehört. Einen sauber laufenden Junghund baut man mit viel Geduld und viel Verständnis auf. Auch wenn Sie an der angeborenen Grundschnelligkeit nichts ändern können - die Ausdauer können Sie fördern! Wenn wir es ehrlich meinen und nur dem Hund zuliebe an Rennen teilnehmen - ihm die Freude am Hetzen gönnen - und nicht nur persönlichen Ehrgeiz befriedigen wollen, kommt es nicht so sehr auf die Schnelligkeit an. Natürlich freut sich jeder Besitzer, wenn sein Hund zu den schnelleren oder gar zu den Siegern gehört (ebenso wie bei den Ausstellungen); entscheidend sollte es aber nicht sein.

Wenn Ihr Saluki einwandfrei läuft und seine ersten Rennen bestritten hat, braucht er nur noch selten auf der Bahn trainieren. Er hat es ja nicht mehr nötig, das einwandfreie Laufen auf der Rennbahn zu lernen. Ein Hund kann nicht unterscheiden, ob es sich um ein Training oder ein Rennen handelt (wenn auch beim Rennen das Umfeld anders ist) und überfordern oder langweilen sollte man ihn auf keinen Fall. Es kommt jedoch auch hier auf den einzelnen Hund an: jeden muß man ein bißchen anders trainieren, dem einen kann man etwas mehr, dem anderen etwas weniger zumuten - es sind keine Maschinen.

Was ist zu tun, wenn ein Hund zwar alle Trainings- und Lizenzläufe einwandfrei absolviert, vielleicht sogar ein Rennen gut bestreitet, dann aber plötzlich disqualifiziert wird? Schimpfen Sie nie mit ihm! Wahrscheinlich wissen Sie nicht den Grund für sein Verhalten - versuchen Sie diesen herauszufinden. Der Hund kann sich nicht wohlfühlen oder befürchtete einen Angriff durch einen knurrenden Mitläufer. Bei den Hündinnen kann die Zeit nach der Hitze eine große Rolle spielen; halten Sie die 100-Tage-Schonfrist ein! Die Hündin erreicht in dieser Zeit, auch wenn sie nicht scheinträchtig ist, kaum ihre volle Leistung. Weil sie dies auch selbst merkt, kann es passieren, daß sie beim Rennen rauft.

Sollte Ihr Hund angegriffen worden sein, ist ein Einzellauf im Training zu empfehlen, damit er seine alte Sicherheit zurückgewinnt; bauen Sie ihn langsam wieder auf. Gehen Sie erst dann zu weiteren Rennen, wenn Sie glauben, daß Ihr Hund wieder einwandfrei läuft.

Lohn und Freude für alle Mühe ist es, wenn Sie dann einen sauber laufenden Saluki haben, der sich beim Rennen durch nichts ablenken läßt. Viele Salukibesitzer haben in den letzten Jahren mit ihrem Hund gearbeitet und ihn für Rennen (oder Coursing) vorbereitet.

Zur Erhaltung des Salukis in seiner ursprünglichen Form wäre es sicher sehr förderlich, wenn sich mehr Züchter und auch Besitzer dem Schönheits- und Leistungsprinzip anschließen würden.

Christa Kahler
Salukizucht „el Riad"

P.S.: Teilweise wurden bereits veröffentlichte Artikel der Herren R. Böhm, M. Müller,
E. Schritt, G. Schultze, K. Wallrabenstein mit verwendet.




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Vernarrt in elegante Renner


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Sa Kharani und Umaya el Riad


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